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Emil und die Detektive

Bewertung

Auf der Jagd nach Herrn Grundeis

Familienspiel von Schmidt für zwei bis vier Personen ab 7 Jahren. Preis cirka 25 €.

75 Jahre ist es jetzt her, dass der große Erich Kästner die berühmte Geschichte von Emil und den Detektiven erfand, in der die Kinder den Verbrecher, Herrn Grundeis, durch die ganze Stadt verfolgen und schließlich stellen können. Dieses Jubiläum wird von Schmidt mit einem gleichnamigen Familienspiel gewürdigt.

Der Aufbau des Spiels gestaltet sich etwas langatmig – steht aber einmal alles, so strahlt das Spielfeld mit den markanten Litfasssäulen durchaus den Charme der 20er, 30er Jahre aus. Während zwei bis drei Detektive auf der einen Seite des Spielfelds starten, um Herrn Grundeis zu fangen, versucht dieser, sich unauffällig an den Detektiven vorbei zu mogeln. Dabei dürfen die Detektive Herrn Grundeis´ Bewegungen nicht mit ansehen, erhalten aber nach jedem Zug von Herrn Grundeis eine Information über dessen Standort. So wird die Jagd nach dem Ganoven zu einer kniffligen Kombinationsaufgabe und gute Teamarbeit der Detektive ist gefragt. Eine schöne Idee, wenn auch nicht ganz neu – und die kurze Spielzeit von nur 20 Minuten kommt gerade Kindern entgegen.

Wenn da nicht die Nachteile wären. Da sind einmal die Litfasssäulen, die beim Bewegen der Spielfiguren viel zu schnell umkippen, da sie auf dem Spielfeld eigentlich keinen Halt haben. Hat man Pech, so kippt auch die Säule mit dem Grundeis-Symbol darunter um und das Spiel ist dahin. Ein „Aufbocken“ des Spielfelds, das so mehr Halt gegeben hätte, wäre hier nötig gewesen. Die einzusteckenden Stadtkärtchen wirken nicht so als würden sie allzu lange halten. Richtig blamabel für den Verlag ist aber, dass das Stadtkärtchen „Bahnhof“ von einer Seite seitenverkehrt bedruckt wurde, so dass das Spiel hier de facto nicht spielbar ist. Da drängt sich der Eindruck auf, dass dieses Spiel mit heißer Nadel gestrickt wurde. Die schönste Idee nutzt leider nichts, wenn die Umsetzung so schlecht ist. Schade, hier wurde eine Chance vertan.

 

Burkhard Labusch