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Gespensterjagd

Bewertung

 

Auf zur Gespensterjagd !

 Der Spielplan vor uns zeigt uns ein Spukschloß, wie wir alle es gerne mal erkunden würden. 54 Räume, vom Kohlenkeller bis zur Bibliothek, sind mit viel Liebe zum Detail ausgemalt: da gibt´s jede Menge zu entdecken, das lädt ein zum Spielen. Und was gehört natürlich in so ein Schloss? Richtig – ein Schlossgespenst natürlich. Unser Gespenst heißt Max, ist eher noch ein Gespensterkind und kommt im traditionellen weißen Laken daher. Kein Gespenst zum Fürchten also, eher eins zum Versteckspielen, und darum geht es auch in diesem Spiel.

Ein Spieler übernimmt die Rolle von Max und versucht, sich dem Zugriff der (zwei bis vier) Gespensterjäger-Figuren zu entziehen. Diese wollen Max umzingeln und in einem Raum des Schlosses stellen. Der entscheidende Vorteil von Max besteht darin, für einen großen Teil des Spieles unsichtbar zu sein und sich nur alle vier bis sechs Spielzüge zeigen zu müssen. Außerdem kann Max natürlich, was ein richtiges Gespenst so kann: durch Wände gehen, den Geheimgang benutzen, durch den Schornstein verschwinden...............

Das Regelwerk, das schnell gelesen und verstanden ist, lässt aber auch unseren Gespensterjägern alle Chancen: abgesehen von ihrer numerischen Überlegenheit ist es den Gespensterjägern – im Gegensatz zu Max – erlaubt, einen Raum mehrfach zu betreten oder dort so lange zu bleiben, wie sie es wollen. Das kann sehr wichtig sein, wenn es darum geht, Max einen Fluchtweg abzuschneiden. Ein paar Sonderkarten können Max das Leben leichter machen oder, wenn Max von einem ausgebufften Profi gespielt wird, auch weggelassen werden.

Obwohl das Spiel auch zu zweit gespielt werden kann, ist es seinem Wesen nach ein Spiel, bei dem eine Gruppe gegen einen einzelnen spielt, ein Spiel also, bei dem es auch auf gemeinsame Entscheidungen ankommt. Gut geeignet ist so ein Spiel auch für Kinder, die Schwierigkeiten mit dem Verlieren haben. Verliert man mit der Gruppe, macht das die Niederlage erträglicher. Und wer sich traut, die  Rolle von Max zu spielen, dem macht auch das Verlieren normalerweise nicht mehr so viel aus.

Kommt ihnen die Spielidee bekannt vor? Dann liegt bei ihnen zu Hause wahrscheinlich “Scotland Yard“ im Spieleschrank, die Gangsterjagd im Herzen von London, Spiel des Jahres 1983 und vielleicht das Kultspiel der 80er Jahre. Das Ravensburger-Spiel war so erfolgreich, dass einige Jahre später schon mit „NY Chase“ ein Remake auf den Markt kam, das den Schauplatz nach New York verlegte. Mit anderen Worten: Originalität Fehlanzeige.

Die Grundidee von „Gespensterjagd“ ist also alt, wurde aber sehr kindgerecht aufgearbeitet. Herausgekommen ist ein spannendes und schönes Spiel für die ganze Familie. Da die Gespensterjäger gemeinsam aktiv sind, lässt sich das Spiel ohne weiteres auch schon ab 6 Jahren (mit-)spielen.

„Gespensterjagd“ ist bei Amigo für 2 – 5 Personen ab (offiziell) 8 Jahren erschienen, dauert ca. 60 Minuten und kostet 20,99 Euro.

Burkhard Labusch