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Viva il Re

Bewertung

Lang lebe der König!

König Vladimiro hat beschlossen, abzudanken und schon kommen aus allen Ecken des Palastes Untertanen aller Schichten, um die Nachfolge anzutreten. Da reicht die Palette von Ernesto, dem Herzog, bis zu Piero, dem Koch und Irina, der Bauersfrau. Nur einer  von ihnen wird am Ende das Rennen machen – wer dies sein wird, das entscheiden die Spieler in dem Familienspiel „Viva il Re“.

Jeder der Spieler bekommt eine Karte, die die Namen von sechs der insgesamt 13 Bewerber für den Königsthron enthält. Diese sechs Namen hält der Spieler tunlichst geheim, denn dies sind „seine“ Favoriten, die er nach vorn zu bringen versucht, ohne dass es allzu sehr auffällt. In der ersten Phase des Spiels setzen die Spieler abwechselnd einen eigenen oder auch fremden Kandidaten auf das Spielfeld. Dabei dürfen nur die unteren oder mittleren Etagen des Palastes gewählt werden – was bedeutet, dass die Kandidaten als Würdenträger oder Offiziere, im schlimmsten Fall als Dienstboten ihre Karriere beginnen. In der zweiten Phase des Spiels beginnt dann der Aufstieg nach oben. Reihum zieht jeder Spieler eine beliebige Figur um einen Schritt nach oben. Dabei ist es ratsam, nicht nur die eigenen Favoriten zu ziehen, denn so lässt sich deren Identität besser vor den Mitspielern geheim halten – und Geheimhaltung ist hier wichtig. Richtig spannend wird es dann, wenn eine Figur auf den Königsthron gezogen wird, denn nun wird abgestimmt, ob der Thronfolgekandidat zum König gewählt oder sofort wieder vom Sockel gestoßen und ganz aus dem Spiel genommen wird. Die Abstimmung ist natürlich geheim: den Spielern stehen dafür Abstimmungskarten, eine Ja-Karte und je nach Spielerzahl zwei bis vier Nein-Karten, zur Verfügung. Hopp oder topp: alle Spieler decken die Karte, für die sie sich entschieden haben, gleichzeitig um. Königswahl aber, das ist jedem Monarchisten klar, ist keine Sache von relativen Mehrheiten: ein König kann nur einstimmig gewählt werden. Zieht also nur einer der Spieler eine Nein-Karte, so ist die betreffende Figur aus dem Spiel. Der Trick dabei: jede Nein-Karte muss (im Gegensatz zur Ja-Karte) nach dem Ausspielen abgegeben werden, ich darf also nicht beliebig oft mein Veto einlegen.

So wird die Abstimmung oft zu einem regelrechten Pokerspiel: opfere ich meine Nein-Karte, um den ungeliebten Kandidaten vom Thron zu schubsen oder spare ich mir meine Nein-Karten für spätere Abstimmungen in der Hoffnung, dass jemand anders schon mit Nein stimmen wird? Eine Partie besteht aus drei solcher Runden, ist aber sehr flott gespielt und nach cirka 30 Minuten zu Ende. In jedem Fall ist „Viva il Re“ ein heiteres Bluffspiel, das oft zu überraschenden Ergebnissen führt. Gewertet wird am Ende übrigens nicht nur der König, auch für Edelleute, Würdenträger etc erhält man Punkte, lediglich die Dienstboten gehen leer aus. Die Grafik ist nett, die Zählleiste für die Punkte ist allerdings sehr klein geraten.

„Viva il Re“ von daVinci Games ist ein leichtes und erfrischendes Bluffspiel für 3 – 6 Spieler ab 8 Jahren. Kostenpunkt cirka 20€.

Burkhard Labusch