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Tyros

Bewertung

 

Kreuzfahrt durchs Mittelmeer

Tyros – der Mittelmeerhafen im heutigen Libanon war im Altertum Zentrum des phönizischen Reiches und damit eine wichtige Handelsmetropole. Handel verspricht uns auch das gleichnamige Spiel von Kosmos, und da die Phönizier gern zur See fuhren, besteht der Spielplan auch aus einer Karte des Mittelmeerraums, auf der wir uns im Laufe des Spiels per Schiff hin- und herbewegen. Na denn Schiff ahoi!

Aber der Reihe nach. Der Spielplan des Mittelmeerraums ist durch waagerechte und senkrechte Linien in Planquadrate unterteilt und an vier jedesmal unterschiedlichen Stellen entstehen vier „Reiche“ des Mittelmeerraums. Diese wachsen im Laufe des Spiels, können aber dabei sehr unterschiedlich groß werden – ein Prozeß, der von allen Spielern mitbestimmt wird. Das Wesen des Spiels besteht darin, dass wir unsere Handkarten geschickt einsetzen, um uns mit unseren Schiffen auf dem Spielplan zu bewegen, neue Schiffe zu bauen und vor allem möglichst viele Städte zu gründen. Städte bringen nicht nur Punkte ein, sondern geben uns auch die Gelegenheit, von hier aus auch neue Schiffe starten zu lassen. Damit werden die Wege kürzer und auch entfernte Ecken des Spielplans für die eigene Flotte erreichbar. Unser Kapital für alle Fahr- und Bauvorhaben sind die Handkarten. Da wir aber für eine größere Aktion immer gleichartige Karten brauchen, bleibt uns nichts anderes übrig als zu handeln – mit den Spielern oder mit der Bank. So wird der Handel zwar zu einer Notwendigkeit – nicht aber, wie man vielleicht erwartet hätte, zum Wesen oder Motor des Spiels.

„Tyros“ ist ein vielschichtiges, interessantes und durchaus ansprechendes Spiel zu einem erschwinglichen Preis, das durch die variable Gründung und Entwicklung der vier Reiche jedesmal ganz anders verlaufen kann. Den Erwartungen an ein Handelsspiel, das ja von der Interaktion lebt, kann es aber nicht ganz gerecht werden. Es ist bei Kosmos für 3 – 4 Spieler ab 10 Jahren erschienen und kostet cirka 18 €.

 

Burkhard Labusch